Wie alt wird ein Olivenbaum?

Olivenbäume sind nicht nur charmante Mitbewohner des Gartens – sie sind auch wahre Methusalems unter den Pflanzen.
Während der Hibiskus noch überlegt, ob er überhaupt den nächsten Winter überlebt, reckt sich der Olivenbaum gemächlich
in die Sonne und denkt dabei in Jahrhunderten. Doch wie alt kann so ein Baum wirklich werden? Die Antwort könnte sogar
deinen Uropa überraschen.

Die sagenhafte Lebensdauer des Olivenbaums

Olivenbäume gelten als eine der langlebigsten Pflanzen der Welt. In ihrer mediterranen Heimat – und inzwischen auch in vielen
nördlicheren Gärten – erreichen sie beeindruckende Alter. Viele Exemplare sind über 1.000 Jahre alt. In Griechenland
und auf Kreta gibt es sogar Bäume, die auf ein Alter von 2.000 bis 3.000 Jahren geschätzt werden. Man kann also sagen:
Einmal Olivenbaum, immer Olivenbaum.

Die erstaunliche Langlebigkeit hat mehrere Gründe. Zum einen wächst der Olivenbaum eher gemächlich – er ist sozusagen
der Zen-Meister unter den Gehölzen. Zum anderen besitzt er die Fähigkeit, sich selbst zu regenerieren. Auch wenn der
Stamm teilweise abstirbt, kann der Baum aus dem Wurzelstock wieder neu austreiben. Ein echtes Comeback-Talent!

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Außerdem ist der Olivenbaum zäh wie Leder. Frost? Trockenheit? Schädlingsbefall? Alles halb so wild für diesen Baum.
Sein Überlebenswille macht ihn zum Langzeitgast im Garten – wenn man ihm ein bisschen Liebe (und nicht zu viel Wasser) schenkt.

Wovon das Alter eines Olivenbaums abhängt

Natürlich wird nicht jeder Olivenbaum automatisch uralt. Ein paar Bedingungen müssen schon erfüllt sein. Zuerst einmal
kommt es auf die Klima- und Bodenverhältnisse an. Ein sonniger Standort, durchlässiger Boden und möglichst wenig Frost im Winter –
so fühlt sich der Baum am wohlsten. Wer seinem Olivenbaum das Gartenglück auf dem Silbertablett serviert, darf mit
jahrzehntelanger Treue rechnen.

Auch die Pflege spielt eine große Rolle. Zwar ist der Olivenbaum genügsam, aber ein bisschen Aufmerksamkeit hat noch
keinem geschadet. Regelmäßiges Schneiden sorgt für eine schöne Krone und beugt Krankheiten vor. Und ganz wichtig: Der Wurzelballen
mag es eher trocken. Wer ihn ersäuft, macht ihn nicht glücklich – sondern traurig bis in die Zweige.

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Zudem ist Geduld gefragt. Ein Olivenbaum wächst langsam, aber stetig. Wer mit 25 einen Olivenbaum pflanzt, kann vielleicht
mit 85 noch ein Gläschen Öl aus eigener Ernte genießen – vorausgesetzt, man teilt nicht mit den Nachbarn. Langfristige
Beziehungen sind eben auch im Garten möglich
.

Berühmte uralte Olivenbäume der Welt

Einige Olivenbäume haben es sogar in die Schlagzeilen geschafft – nicht wegen ihrer Social-Media-Präsenz, sondern
aufgrund ihres biblischen Alters. Der berühmte „Olivenbaum von Vouves” auf Kreta ist schätzungsweise über 3.000 Jahre alt
und trägt noch heute Früchte. Wer sagt, dass Alter und Produktivität sich ausschließen?

Auch in Italien, Spanien und Israel gibt es ehrwürdige Olivenbaum-Senioren. In manchen Dörfern gelten sie als
Wahrzeichen, in anderen als lebendige Geschichte. Manche wurden sogar zum UNESCO-Kulturerbe erklärt – andere bekommen
wenigstens einen eigenen Zaun und ein Schild.

Was all diese Bäume gemeinsam haben? Sie stehen in aller Ruhe da, schütteln gelegentlich ein Blatt ab und
erinnern uns daran, dass Geduld nicht nur eine Tugend, sondern auch eine Überlebensstrategie ist.
Und das mit Stil.

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Ein Olivenbaum für den eigenen Garten – und die nächsten Generationen

Wer also mit dem Gedanken spielt, einen Olivenbaum zu pflanzen, sollte wissen: Man pflanzt nicht nur einen Baum –
man pflanzt ein Erbstück
. Mit etwas Glück und richtiger Pflege kann der Baum die eigenen Kinder, Enkel und
Urenkel überleben. Und das ohne Pflegeversicherung.

Dabei ist es gar nicht so schwer, einen Olivenbaum glücklich zu machen. Ein großer Topf oder ein sonniger Platz
im Garten, etwas Geduld und vor allem keine Staunässe – fertig ist das Rezept für ein langes Olivenbaumleben.
Wer will da noch einen Goldfisch?

Am Ende ist es wie mit guten Freundschaften: Wer dem Baum Zeit gibt zu wachsen, ihn nicht mit Liebe erdrückt und
gelegentlich ein freundliches Wort (oder einen Rückschnitt) schenkt, wird mit einer lebenslangen Begleitung belohnt.
Und vielleicht mit ein paar Oliven zum Aperitif.

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