Wer schon einmal versucht hat, einer Katze eine Tablette zu verabreichen, weiß: Das ist kein einfacher Auftrag.
Es erfordert Geduld, Strategie und eine Portion Wahnsinn. Katzen sind nicht nur unabhängig – sie sind
auch äußerst misstrauisch, wenn es um Veränderungen in ihrem Napf oder Verhalten ihrer Dosenöffner geht.
In diesem Ratgeber zeigen wir Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie Ihrer Katze eine Tablette geben können,
ohne danach in Pflaster investieren zu müssen – oder Ihre Katze wochenlang beleidigt unter dem Sofa zu wissen.
Die Vorbereitung: Kenne deinen Gegner
Zunächst einmal sollten Sie sich darüber im Klaren sein, dass Ihre Katze über einen sechsten Sinn verfügt,
wenn es um Medikamente geht. Selbst wenn Sie die Tablette in fünf Schichten Thunfisch verpacken, wird sie sie erkennen
– und verschmähen.
Bereiten Sie also alles im Voraus vor: Die Tablette, ein Handtuch, eventuell ein Leckerli zur Belohnung und
einen ruhigen Ort ohne Fluchtmöglichkeiten. Katzen haben die erstaunliche Fähigkeit, sich
binnen Sekunden in Luft aufzulösen, wenn sie Gefahr wittern.
Die Tarnung: Tabletten in Futter verstecken
Dies ist der beliebteste, aber auch der am schnellsten durchschauene Trick: Man zerkrümelt die Tablette
und mischt sie unter etwas besonders Leckeres – vielleicht Leberwurst oder Thunfischcreme. Der Nachteil?
Katzen sind Feinschmecker mit Doktortitel in Lebensmittelanalyse.
Falls Ihre Katze zu den seltenen Exemplaren gehört, die sich nicht an der veränderten Geschmacksnote stören,
haben Sie den Jackpot gewonnen. Wenn nicht, bleibt Ihnen nur eins: weiter lesen. Denn spätestens beim zweiten Mal
wird sie den Trick durchschauen – und dann wird sie nie wieder etwas essen, was auch nur entfernt nach „komisch” riecht.
Der direkte Weg: Tablette ins Maul
Jetzt wird es ernst. Packen Sie die Katze vorsichtig aber bestimmt in ein Handtuch – das sogenannte „Katzen-Burrito”-Manöver.
Nur der Kopf darf herausschauen. Ihre Arme danken es Ihnen später.
Öffnen Sie vorsichtig das Maul (ja, es ist schwerer als es klingt), legen Sie die Tablette so weit hinten wie möglich
auf die Zunge und schließen Sie sofort das Maul. Halten Sie den Kopf leicht nach oben und streicheln Sie sanft den Hals –
das regt den Schluckreflex an. Und nun: Daumen drücken.
Nachbereitung und Belohnung
Wenn die Tablette endlich verschwunden ist (und nicht heimlich wieder ausgespuckt wurde), feiern Sie diesen Moment!
Geben Sie Ihrer Katze ein besonderes Leckerli, streicheln Sie sie (wenn sie es erlaubt) und behalten Sie dabei
alle zehn Finger.
Katzen sind nachtragend. Sehr. Wenn Ihre Katze nach der Prozedur also für zwei Tage auszieht, ist das nichts Persönliches.
Mit etwas Geduld, Leckerlis und Ihrer besten Fischdose wird der Haussegen schon bald wieder gerade hängen.
