Katzen sind niedlich, flauschig und meistens ziemlich unabhängig. Doch wenn die Katze rollig ist, verwandelt sich die stille Diva plötzlich in ein lautstarkes Drama mit vier Pfoten. Jammern, wälzen, schnurren – und das alles im Wechselspiel mit durchdringendem Miauen. Was kann man als Mensch tun, wenn das eigene Haustier sich verhält, als wäre es in einer Tierseifenoper gelandet? In diesem Ratgeber geben wir Tipps und Anregungen, wie man als Dosenöffner mit der Situation umgehen kann – mit einem Augenzwinkern natürlich!
Was bedeutet „rollig” überhaupt?
Eine rollige Katze ist schlicht gesagt eine Katze, die paarungsbereit ist. Der medizinische Ausdruck dafür lautet „Östrus“ – klingt fast wie ein griechischer Gott, ist aber weniger göttlich, wenn die Katze einem nachts ins Ohr brüllt. Während dieser Zeit zeigt die Katze ein auffälliges Verhalten, das mitunter irritierend sein kann.
Manche Halter denken zuerst, ihre Katze habe Schmerzen oder sei krank. Keine Sorge – das ist alles ganz normal (auch wenn es sich nicht so anfühlt, wenn die Katze sich um drei Uhr morgens auf dem Teppich wälzt und schreit wie ein kaputter Wasserkocher). Die Symptome sind vor allem hormonell bedingt und bei unkastrierten Katzen völlig natürlich.
Die Phase kann mehrere Tage dauern und kehrt alle paar Wochen zurück – es sei denn, man unternimmt etwas dagegen. Doch bevor man in Panik ausbricht oder sich selbst einrollt: Es gibt Mittel und Wege, die Situation zu entschärfen.
Wie beruhigt man eine rollige Katze?
Eine rollige Katze ist oft sehr anhänglich. Sie reibt sich an Möbeln, schnurrt wie ein Dieselmotor und rollt sich auf dem Boden, als wäre er aus Katzenminze. Was sie jetzt braucht, ist vor allem Zuwendung. Viel Streicheln (am besten an der Stirn), leises Zureden und einfaches Dabeisein können helfen, sie etwas zu beruhigen.
Man kann auch versuchen, sie mit Spielzeug abzulenken. Federangeln, Laserpointer oder der gute alte Pappkarton können helfen, ihre Aufmerksamkeit umzulenken. Manchmal klappt das – manchmal schaut sie einen nur an, als hätte man ihren Seelenfrieden gestört.
Ein ruhiger Rückzugsort ohne laute Geräusche oder neugierige Mitbewohner (z.B. andere Katzen oder neugierige Hunde) kann ebenfalls helfen. Wichtig: Kein Freigang! Eine rollige Katze draußen = ganz viele kleine Überraschungen in neun Wochen.
Was sollte man besser vermeiden?
So verständlich der Impuls auch sein mag – schimpfen bringt gar nichts. Die Katze kann nichts für ihr Verhalten, sie folgt schlicht ihrem Instinkt. Also: Durchatmen, Tee trinken und sich daran erinnern, dass es auch wieder vorbei geht.
Viele Menschen googeln nach „Hausmittel gegen Rolligkeit”. Dazu nur eins: Bitte keine dubiosen Tropfen, Kräuter oder Gurkenmassagen. Einige dieser Methoden sind nicht nur wirkungslos, sondern können der Katze auch schaden.
Ebenfalls nicht hilfreich ist es, Katerbesuch zu organisieren. Das mag kurzfristig „helfen”, löst aber das eigentliche Problem nicht – ganz im Gegenteil: Ein Wurf Kätzchen bringt neue Herausforderungen mit sich, die man vielleicht nicht auf seiner Lebens-To-do-Liste hatte.
Langfristige Lösung: Kastration
Wer nicht züchten möchte, sollte ernsthaft über eine Kastration nachdenken. Das ist die sicherste und nachhaltigste Methode, um das Problem Rolligkeit dauerhaft zu beseitigen. Der Eingriff ist heutzutage Routine für Tierärzte und wird in der Regel gut vertragen.
Kastrierte Katzen sind meist ausgeglichener, ruhiger und zeigen weniger territoriales oder aggressives Verhalten. Außerdem verhindert man damit auch ungewollten Katzennachwuchs – und Tierheime danken es einem von Herzen.
Natürlich sollte man den Eingriff gut mit einem Tierarzt besprechen, denn wie bei jeder medizinischen Maßnahme gibt es individuelle Faktoren zu beachten. Doch wer einmal eine rollige Katze erlebt hat, weiß: Ein ruhiges Zuhause ist unbezahlbar.
